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Überkonfessionelle Gedenkfeier für vom Bezirksamt bestattete Menschen

JAN
26

Überkonfessionelle Gedenkfeier für vom Bezirksamt bestattete Menschen


Sonntag, 26. Januar 2020, 11:00 - 12:30 Uhr
Zossener Straße 65, 10961 Berlin
© sambarros, pixabay.de

Wer einsam stirbt, keine finanziellen Mittel für eine Bestattung hat oder keine Verwandten, die für eine Beerdigung aufkommen, wird ordnungsbehördlich bestattet – ohne Trauerfeier. Am Sonntag, 26. Januar 2020 um 11 Uhr lädt das Bezirksamt erstmals zu einer überkonfessionellen Gedenkfeier in die Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg ein. Gewürdigt werden mit dieser Feier alle Verstorbenen, die im Jahr 2019 ordnungsbehördlich bestattet worden sind. Einen entsprechenden Beschluss hat die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg bereits im Februar 2019 gefasst.Einen entsprechenden Beschluss hat die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg bereits im Februar 2019 gefasst.

Eine Liste mit den 184 Namen der im Jahr 2019 ordnungsamtlich bestatteten Verstorbenen aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg findet sich hier: 

https://www.berlin.de/ba-fried...

„In Friedrichshain-Kreuzberg gibt es hierfür keinen besseren Ort als die Heilig-Kreuz- Kirche“, hieß es von Seiten des Bezirks. Die evangelische Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion hat bereits im Jahr 2002 eine Grabstelle mit Namens- und Erinnerungsstein für verstorbene obdachlose und arme Menschen („das Grab mit vielen Namen“ auf dem Friedhof Am Halleschen Tor) eingerichtet. Außerdemengagiert sich die Kirchengemeinde seit vielen Jahren für einsame, wohnungslose und arme Menschen– zum Beispiel durch die zahlreichen kulturellen Angebote im Zentrum Gitschiner 15 oder im Wohnheim Nostizstraße, einem Männerwohnheim für wohnungslose Alkoholkranke. „Als das Bezirksamt mit dieser Anfrage auf unsere Kirchengemeinde zu kam, haben wir sofort zugestimmt“, sagt Pfarrer Peter Storck, „Jedes Leben verdient eine Würdigung, einen Abschluss mit Segen. Das kann eine ordnungsbehördliche Bestattung nicht leisten.“ Durch die Gedenkfeier wolle man das nachholen, sagt Pfarrer Storck.

„Mit der Gedenkfeier setzen wir ein Zeichen, dass die Menschen, die aus durchaus unterschiedlichen Gründen vom Bezirksamt bestattet werden, nicht vergessen sind“, verdeutlichte Bezirksstadtrat Mildner-Spindler. Bei der Gedenkfeier werden die Namen der Verstorbenen verlesen und Kerzen angezündet. Neben Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche werden auch die Islamische Gemeinde und der Humanistische Verband vertreten sein.

Im Jahr 2019 haben Berliner Bezirksämter in Kooperation mit Kirchengemeinden und Kirchenkreisen erstmals Gedenk- und Trauerfeiern für ordnungsbehördlich Bestattete veranstaltet. Bislang haben die Bezirke Reinickendorf, Spandau, Steglitz, Mitte und Neukölln Trauerfeiern initiiert. 

Im Herbst 2019 hat die Kirchengemeinde eine weitere historische Grabstätte für ein zweites „Grab mit vielen Namen“ erworben: Sie liegt ein paar Meter von der ersten Grabstätte entfernt, an der derselben Friedhofsmauer an der Zossener Straße. Namensgravuren sind nur mit der Hilfe von Spenden möglich. Weitere Informationen unter www.heiligkreuzpassion.de