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Festgottesdienst zum 150-jährigen Jubiläum der St. Thomas-Kirche

DEZ
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Festgottesdienst zum 150-jährigen Jubiläum der St. Thomas-Kirche


Samstag, 21. Dezember 2019, 16:00 Uhr
Mariannenplatz 28, 10997 Berlin
Bischof Christian Stäblein

Für Menschen, die Berlin noch als geteilte Stadt kannten, war die St. Thomas-Kirche in Berlin-Kreuzberg ein besonders markantes Bauwerk: Direkt an der Berliner Mauer gelegen, ein monumentaler Kuppelbau mit zwei fast 50 Meter hohen Türmen. Der Bau stammt aus der Schinkel-Ära, fast 3000 Menschen finden in der St. Thomas-Kirche Platz, die immer noch eine der größten Kirchen der Stadt ist. Am Samstag, den 21. Dezember 2019 um 16 Uhr feiert die evangelische Kirchengemeinde St. Thomas ihr 150-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst. Bischof Christian Stäblein hält die Festpredigt, im Anschluss wird eine Ausstellung über die Geschichte der St. Thomas-Kirche eröffnet. Der Titel „Eins. Getrennt. Vereint.“ nimmt Bezug auf die Lage der Kirchengemeinde in direkter Nähe der Berliner Mauer und auf die Friedliche Revolution. Gefördert wurde die Ausstellung von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 

Die St. Thomas-Kirche gilt als bedeutendster Kirchenbau der Schinkel-Schule. Friedrich Adler (1827–1908) errichtete den Monumentalbau in Backstein im neoromanischen Stil. Mit 150.000 Gemeindemitgliedern zählte die Kirchengemeinde damals zu einer der größten evangelischen Gemeinden deutschlandweit. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt, in den Nachkriegsjahren ging die Innenausstattung verloren. Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde das Gemeindegebiet geteilt. Direkt hinter der Kirche endete Westberlin, das Gebiet um das Kirchgebäude entwickelte sich zum sozialen Brennpunkt. Daraufhin widmete sich die Kirchengemeinde zunehmend sozialen Problemen, indem sie sich beispielsweise in den 1980er Jahren als Vermittlerin bei den Hausbesetzungen engagierte. Heute bietet die denkmalgeschützte, täglich geöffnete Kirche neben Gottesdiensten Raum für Ausstellungen und Konzerte. Auch experimentellere spirituelle Formate finden in der St. Thomas-Kirche statt, etwa im Herbst vergangenen Jahres ein Gottesdienst in Kooperation mit dem Club Tresor. In der Apsis der Kirche befindet sich der Arbeits- und Obdachlosentreff „Café Krause“. Die Kirchengemeinde hat aktuell etwa 1500 Mitglieder, über eine Zusammenlegung mit Kreuzberger Nachbargemeinden wird verhandelt.