St. Jacobi-Kirche in Kreuzberg wird saniert

St. Jacobi-Kirche in Kreuzberg wird saniert


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Publish date Veröffentlicht am Mittwoch, 25. März 2020, 10:30 Uhr
St. Jacobi-Kirche in Kreuzberg wird saniert

Die St. Jacobi-Kirche in Kreuzberg gehört zu den baugeschichtlich wertvollsten Kirchgebäuden Berlins. Jetzt muss die 1845 von Friedrich August Stüler erbaute Kirche saniert werden. Die dreischiffige Basilika an der Oranienstraße wird derzeit eingerüstet und die Sanierungsarbeiten beginnen – was dringend nötig ist: Das Dach ist undicht; schadhafte oder provisorisch reparierte Regenfallrohre haben außerdem zu Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk geführt. Wenn nichts unternommen wird, würde der Verfall durch Verwitterung und Umwelteinflüsse immer weiter voranschreiten. Bereits jetzt dringt Wasser durch das Dach ein, Ziegel und Fugen der Außenfassade nehmen durch eine dauerhafte Durchfeuchtung Schaden.

Die Kosten für die Sanierung des Daches und der Fassade liegen bei vorraussichtlich 996.000 Euro. Das Sanierungsvorhaben wird aus Eigenmitteln der Evangelischen Kirchengemeinde in Kreuzberg-Mitte, des Kirchenkreises und der Landeskirche finanziert, sowie aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Kultur und Medien, des Landesdenkmalamts Berlin und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In den kommenden Jahren soll die St. Jacobi-Kirche - vorbehaltlich der weiteren Finanzierung - auch im Innern restauriert werden. Danach muss in mehreren Bauabschnitten das sogenannte Schulhaus oder Predigerhaus (Oranienstraße 134 mit Seitenflügel), das Pfarrhaus mit Gemeindehaus (Oranienstraße 132) und die Außenanlagen (Kolonnadengang mit Gartenanlage) instandgesetzt werden.

Das Baudenkmal St. Jacobi-Kirche wurde 1844-45 nach Entwurf von Friedrich August Stüler für die neu gegründete St. Jacobi-Gemeinde in der Luisenstadt erbaut, tatkräftig gefördert durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Vorbild waren altchristliche Basiliken in Rom. Das Gebäudeensemble umfasst neben dem Kirchengebäude, das Pfarrhaus (erbaut 1857-59 und das ehemalige Schulhaus (erbaut 1865-66) und jetzige Diakonie Station. Ein Kolonnadengang fasst diese Gebäudeteile zu einem Gebäudekomplex zusammen und erinnert an ein Kloster.  Im Zweiten Weltkrieg wurden Kirche, Kirchturm und Kolonnaden stark beschädigt und 1957 nach den Plänen von Paul und Jürgen Emmerich wieder aufgebaut. Seit dem Wiederaufbau wurden nur vereinzelt Reparaturen durchgeführt, so dass insgesamt ein großer Instandhaltungsrückstau an allen Gebäuden entstanden ist.

Weitere Informationen: www.kreuzberg-mitte.de