Künftiger Bischof Stäblein will kirchenferne Menschen erreichen

Künftiger Bischof Stäblein will kirchenferne Menschen erreichen


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Veröffentlicht am Freitag, 8. November 2019, 08:22 Uhr
© ©christian Scherhaufer

Die gesellschaftliche Verankerung der Kirche muss nach Überzeugung des künftigen evangelischen Bischofs Christian Stäblein mit neuen Initiativen gestärkt werden. Dazu gehöre, auf dem Land mit evangelischen Schulen, Kita-Elterninitiativen und diakonischen Einrichtungen für soziale Aufgaben "attraktive Anziehungspunkte" auch für kirchenferne Menschen anzubieten, sagte der künftige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Mittwochabend in Berlin. Stäblein, der bisher Propst der Landeskirche war, übernimmt am 16. November das Bischofsamt von Markus Dröge.

Stäblein forderte zugleich mehr Engagement gegen Antisemitismus. Was inzwischen an offenem Antisemitismus zu erleben sei, zeige, dass mehr getan werden müsse, sagte der künftige Bischof. Die Kirche müsse auch in ihrer Bildungsarbeit deutlicher machen, "dass wir Antisemitismus in keiner Weise akzeptieren".

Hauptaufgaben der Kirche müssten auch künftig Seelsorge, Verkündigung und Bildung sein, betonte Stäblein. Das bisherige "Netz des parochialen Systems" aus Kirchengemeinden werde jedoch mit sinkenden Mitgliederzahlen "immer weiter". Deshalb müssten auch neue Wege beschritten werden.

Die Kirchen der östlichen Bundesländer müssten sich dabei stärker als "Experten für Strukturwandel" begreifen und nicht als "Opfer der Wende" sehen, betonte Stäblein. Ein Stück kirchlicher Heimat sei es auch, immer neu aufbrechen zu können. Seine Aufgabe als Bischof sehe er auch darin, Mut zu machen, diesen Wandel fortzuführen und zu gestalten. Die Kirche müsse "Beheimatung für Aufbruch schaffen".(epd)