Frauenrechtlerin Seyran Ates erhält Urania-Medaille

Frauenrechtlerin Seyran Ates erhält Urania-Medaille


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Veröffentlicht von Katharina Pfuhl am Dienstag, 3. September 2019, 19:51 Uhr
© Müjgan Arpat Wikimedia Commons

Die Frauenrechtlerin, Juristin und Autorin Seyran Ates wird mit der Urania-Medaille 2019 geehrt. Ates stehe mit ihrem Engagement für Multikulturalität, religiöse Freiheit und kontroversen Dialog, begründete der Direktor der Urania Berlin, Ulrich Weigand, am Dienstag die Auszeichnung. Gewürdigt werde sie für ihren Mut und ihre besonderen Verdienste um Menschenrechte, Frauenrechte, Religionsfreiheit und deren Vermittlung. Zudem solle die Ehrung ein Zeichen für Toleranz und Aufklärung setzen.

Die Preisverleihung findet den Angaben zufolge am 26. November in Berlin in Anwesenheit des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck und der Berliner Gleichstellungssenatorin Dilek Kalayci (SPD) statt. Die Laudatio werde Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) halten. Zudem werden rund 800 weitere Gäste aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet.

Die in Istanbul geborene Ates hatte im Sommer 2017 im Berliner Ortsteil Moabit die liberale Ibn Rushd-Goethe Moschee für einen modernen und aufgeklärten Islam gegründet. Dort beten Männer und Frauen gemeinsam, auch queere Musliminnen und Muslime sind willkommen.

Nicht erst seit Gründung ihrer Moschee sei Ates zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt, erklärte die Urania Berlin. 1984 wurde die Juristin bei einem Attentat auf eine Beratungsstelle für von häuslicher Gewalt bedrohte Frauen schwer verletzt. "Mit der Urania-Medaille wollen wir ihr Engagement insbesondere auch für die Stadt Berlin würdigen", hieß es weiter. Die Urania Berlin ist eine gemeinnützige Bildungseinrichtung.(epd)