Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte erweitert Notunterkunftangebot für wohnungslose Familien

Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte erweitert Notunterkunftangebot für wohnungslose Familien


# Angebote - Beratung
Veröffentlicht am Donnerstag, 16. November 2017, 00:00 Uhr

Die Zahl der obdachlosen Familien in Berlin steigt. Das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte e. V. reagiert auf diese Entwicklung und hat sein Angebot für wohnungslose Familien ausgeweitet. Am Mittwoch, 8. November 2017, um 13 Uhr eröffnet offiziell die neue Notunterkunft für Mütter und Väter mit Kindern in der Wrangelstraße 12, Berlin Kreuzberg. In zehn Familienzimmern können maximal 30 Personen - wohnungslose Familien mit Kindern - für einen Zeitraum von bis zu drei Wochen untergebracht, betreut und möglichst im Anschluss in eine Unterkunft für längere Zeit vermittelt werden.
Eine Einrichtung in dieser Form ist bislang in der Hauptstadt einzigartig. „Bisher konnten wir in der Taborstraße 17, ebenfalls in Kreuzberg, nur zwölf Plätze als Notunterkunft für Familien anbieten - zu wenig bei dieser großen Nachfrage“, sagt Viola Schröder, Leiterin der Notunterkunft, „Unser Ziel ist es, wohnungslosen Familien ein Zuhause auf Zeit zu geben und ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen.“
In der Notunterkunft Wrangelstraße können Familien auch tagsüber bleiben und müssen den Tag nicht auf der Straße verbringen. Während des Aufenthalts in der Notunterkunft wird der weitere Hilfebedarf abgeklärt, besonders für die mit aufgenommenen Kinder. 
„Fehlende bezahlbare Wohnungen und unzureichende Unterkünfte“, nennt Evelyn Gülzow, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte e.V., als Hauptgründe für die steigende Nachfrage nach Notunterkünften für Familien, „Wohnungslose Familien mit Kindern aus dem osteuropäischen Raum können vielfach keine Leistungsansprüche geltend machen und haben dadurch keine Perspektiven.“
Finanziert wird die Notunterkunft durch die Senatsverwaltungen für Integration, Arbeit und Soziales und Bildung, Jugend und Familie, Berlin. Ein multiprofessionelles Team aus Sozialarbeiterinnen, Integrationslotsinnen, Hauswirtschaftskräften und Mitarbeiterinnen im Bereitschaftsdienst (nachts und am Wochenende) geht auf die spezifischen Bedarfe der Familien ein. 
Evaluiert wird das Projekt vom Institut für Innovation und Beratung an der Evangelischen Hochschule Berlin in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Einrichtung. Spätestens 2018 ist mit der Auswertung zu rechnen, mit deren Hilfe Rückschlüsse auf die Inanspruchnahme, die Bedarfe der untergebrachten Familien, die auftretenden Schwierigkeiten und die daraus resultierenden Erfordernisse für die Zukunft gezogen werden können.

Foto: ©Adamczyk